Der Tragödie nächster Teil….

Wo waren wir stehen geblieben?

Richtig. Anfang 20, irgendwas um die 150 kg, eigentlich nicht wirklich unglücklich aber doch leicht frustriert.

Wie bereits gesagt, an dem Wochenende habe ich den Entschluss gefasst, was zu ändern. Am Montag Abend habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet und für den kommenden Dienstag einen Termin zur Leistungsfeststellung und Trainingseinweisung gemacht.

Ich nehme jetzt ab. Ich mach jetzt Diät. Das geht so nicht weiter…

Die Einweisung in dem Studio war easy. Ich kannte dort einige Leute und hab mich sofort wohl gefühlt. Erstmal langsam angehen lassen, 3-4x/Woche, Ganzkörpertraining mit Cardio. Den Körper nicht gleich völlig ans Limit bringen und dann vor lauter Muskelkater nicht laufen können und sofort wieder die Lust zu verlieren… dafür war ich erstmal auch noch sportlich genug.

Aber – was esse ich denn jetzt? Klar. Bolognese mit Sahne, Döner, Pommes und Burger sind raus. Aber was zum Teufel esse ich?

Damals gab es noch kein YouTube, keine Online Ernährungspläne oder selbsternannte Fitness-Influencer. Also habe ich das gemacht, was mir am sinnvollsten erschien: ich hab mich an die hutaussehenden Jungs gehängt. Die, die breite Schultern, eine schmale Hüfte und dicke Arme haben. Die müssen ja wissen wie es geht.

Und prinzipiell hat das funktioniert. Denn – entgegen aller Gedanken die mir ggü viele Leute äussern die sich in einem Studio anmelden wollen und die auch ich hatte… diese Jungs wissen wie viel Arbeit es ist und was Du tun musst. Und die sind zum Grösstenteil sehr nett und hilfsbereit. Sicher – man muss sich einen gewissen Respekt verdienen und erarbeiten. Jeder kennt die Eintagsfliegen die sich großmäulig im Studio anmelden und nach 2 Wochen keine Lust mehr haben.
Aber so einer war ich nicht. So einer wollte ich NICHT MEHR sein.

„Wie, keine Milch mehr im Kaffee? Ach, Du willst abnehmen? Jaja, klar…..!“

Entgegen der Erwartungen, nämlich im Studio ausgelacht oder zumindest belächelt zu werden, wurde ich im Fitnessstudio eigentlich nur positiv überrascht und in meiner Idee bestärkt. Klar – nicht jeder Tipp von jedem Typen ist richtig, aber zumindest deutet er Zuspruch an.

Nein– im privaten Umfeld. Sei es das Stück Kuchen das Du nicht mehr essen möchtest. Oder die Kaffeesahne auf die Du verzichtest… irgendeinen Spruch bekommt man irgendwie immer. „Komm, heute ist es mal egal…“ oder „Ach… mit solchen Spinnereien kannst Du kommen wenn man schon was sieht…!“ sind immer gern genommene „Ratschläge“ und „Hinweise“ auf die Idee….

Dumm – bei mir nimmt das leider genau die verkehrte Richtung. Denn viele der Leute, die so etwas äussern, fühlen sich durch Dich und die Konsequenz bedrängt. Bedrängt weil sie es selbst nicht schaffen oder wollen was zu ändern. Du bist ihr Spiegel.

„Das ist nur Wasser!“

Einer der ersten Ratschläge die ich bekommen habe war, sich nicht jeden Tag zu wiegen. Max. 1x/Woche, besser seltener, das würde einen nur verunsichern. Ausserdem sei das Gewicht eh nur am Rande interessant.

Gut. Ich hab mich trotzdem jeden Tag gewogen. Und in der ersten Woche fast 5 kg verloren. MANN! 5 kg. MINUS! WIE GEIL ist das denn… und eine der häufigsten Reaktionen darauf war: „Ach, das ist eh nur Wasser….!“

ALTER. Klar. Ihr müsst ja nicht ein Höhenfeuerwerk bestellen, bei knapp 150 kg sind 5 kg jetzt wirklich keine unfassbare Menge. Und ja, das ist natürlich erstmal viel Wasser. Aber – verdammte Scheisse, das muss doch auch raus? Und irgendeinen Anfang muss man doch machen?

Ich verstehe es heute noch nicht. Ich meine – was meinen manche Leute die so einen beschissenen Spruch ablassen? Soll das irgendwie besonders motivierend sein?

Lasst es Euch sagen: ist es nicht. Es ist ein richtig beschissener Spruch, der dem Typen der sich grad in diese Richtung begeben hat, derb einen mitgibt.

Schwimmen um 6.00 h, Hanteln Abends und 60 min. Rad

Rückblickend war ich damals dumm wie ne Ameise (sind Ameisen dumm?). Ich hab von Ernährung quasi gar keine Ahnung gehabt. Ich hab einfach Zucker und Fett weggelassen (jedes Fett, auch die guten) und viel Nudeln (ohne alles), Obst und Quark (Unmengen) gegessen und Wasser getrunken. Meistens habe ich sogar Mittags das gegessen das aufm Tisch stand. Nur halt ohne Sauce und ohne Nachtisch. LowCarb und ähnliches gab es nicht. Zumindest nicht als Begriff…

Dazu bin ich morgens um 6.00 h ins Freibad. Zeitlich kein Problem, ich hab damals hauptberuflich als DJ gearbeitet und musste vor Donnerstag/Freitag nicht arbeiten und hatte somit reichlich Zeit.

Dazu bin ich 4x/Woche ins Fitnessstudio zum Hanteltraining und Cardio. Cardio wenigstens 45-60 min.

Ich konnte mir selbst dabei zu sehen wie ich weniger wurde – innerhalb eines guten halben Jahres (Januar bis August) standen nur noch 97/98 kg auf der Waage. Fettanteil? Keine Ahnung. Muskulatur? Joar, klar. Aber das war net meine erste Intention. Damals hiess es: wer Muskeln aufbauen will muss erstmal das Fett los werden…

Mit dem Wissen von heute hätte ich sicherlich die ein oder andere Cardio Einheit sausen lassen können und hätte mich nicht so quälen müssen, aber naja, Erfahrungen sammeln und so.

„Was ist das für ne Beule da?“

Irgendwann, als ich schon quasi recht dünn war, hab ich kurz unterm Gürtel eine Beule entdeckt. Mitten in der Leiste. Verdammt. Hoffentlich ist das kein Leistenbruch.

War es aber… das heisst erstmal Ende. Von 200 auf Null. Bloss keinen Sport mehr machen. Nicht belasten… FUCK.

In der Zeit hab ich mich eh an der FH eingeschrieben und hatte mit Umzug und Studium genug um die Ohren – also schnell die OP in die Zeit VOR dem Semesterbeginn legen…

Die OP war locker. Ambulant machen lassen, kein Ding. Die Zeit bis ich wieder Sport machen konnte war quasi unerträglich. Ich hab mich im neuen Wohnort bereits im Sportstudio angemeldet und eigentlich nur auf den Startschuss gewartet…

Aber irgendwie war das alles anders… Anders als in meiner vertrauten Umgebung.

Das kommt dann im nächsten Teil.

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