Und…? Warum hast Du das gemacht?

Ich werde oft gefragt, was mich dazu bewogen hat, aus dem alten Tobias den neuen Tobias zu „formen“ und wenn ich ganz ehrlich sein soll… muss ich da etwas früher anfangen…

Der ist nicht dick, das verwächst sich noch…

Ich fange jetzt genau so an wie ganz viele Beiträge von dicken Menschen wenn sie darüber reden, warum sie dick sind oder waren.

Ich war schon als Kind dick. 

Obwohl es bei uns zu Hause wirklich nicht viele Süßigkeiten gab (zumindest meiner Erinnerung nach nicht) meine ich mich erinnern zu können, schon als Kind „kräftig“ und eher „moppelig“ gewesen zu sein.
Versteht mich nicht falsch, ich war ein normaler Junge, hab für mein Leben gern Fussball gespielt, mit andern am Bachlauf Blödsinn gemacht und mich geprügelt wenn es dazu gehörte.
Ich kann mich aber erinnern, dass es bei uns zB niemals einfach Mineralwasser zu trinken gab. Entweder aus dem Hahn oder es gab Säfte. Und Milch. Und die Säfte Anfang der 80er waren nicht mit den kaltgepressten Healthy-Smoothie-Dingsis von heute zu vergleichen. Ein wenig Konzentrat, viel Zucker, Wasser, Ende. Und davon gib ihm, war halt relativ günstig.

Natürlich gab es auch Süßigkeiten, aber eben nicht wirklich. Wir haben quasi den Hund darauf abgerichtet das der die Schränke nach Süßigkeiten absucht, gegen Belohnung natürlich!

Und wie jeder Junge, nein, Sorry, jedes Kind das etwas mehr auf den Rippen hat, wurde auch bei mir gesagt: Das verwächst sich noch.

Mit 6 oder 7 Jahren habe ich angefangen Fussball zu spielen, mit 9 dazu noch Handball und mit 12 oder 13 dazu noch Schwimmen. Ich war also jeden Tag irgendwie sportlich unterwegs. Und ja, irgendwie hat es sich scheinbar verwachsen. Es gibt Fotos von mir, auf denen ich 14-16/17 bin, da bin ich nicht dick. Wirklich nicht. Gross und kräftig, ja, aber nicht wirklich dick.

Mit Anfang 20 knapp 150 kg… wie?

Mit dem Fussball war es irgendwann vorbei, Schwimmen auch. Handball war das Dingen, und auch nicht ganz unerfolgreich… wie kann man also von einem halbwegs normal gewichtigen Jungen mit 17/18 Jahren zu einem jungen Erwachsenen mit Anfang 20 mutieren, der 150 kg auf die Waage bringt….?

Long Story Short.

Erstmal: ich hab fast komplett mit dem Sport aufgehört. Ich bin im Handball aus dem Junioren Alter heraus und hätte Senioren spielen müssen. So weit kein Problem, allerdings hat der Verein in dem ich meine komplette Jugend verbracht habe kurz davor richtig aufgerüstet um neue Ziele zu erreichen. Dann wäre für mich als Torwart ein Platz in der 3. oder 4. Mannschaft übrig geblieben. Mannschaften, für die ich mir, mit Verlaub, zu Schade gewesen wäre. Deren sportlichen Ehrgeiz zu beurteilen will ich mir nicht anmaßen, allerdings war deren Training auf 1x/Woche Fussball spielen und dann Bier trinken reduziert. Passte für die Jungs, allesamt älteres Kaliber die früher höher gespielt haben und die jetzt noch aus Bock n bisschen daddeln wollen. Aber nicht für mich.

Also hab ich mit Basketball angefangen. Nach einer Verletzung war damit auch schnell Schluss und war ich im Handball relativ erfolgreich, Basketball war damals echt nicht meine Sportart.

Also – Sport war finito. Nix mehr. Kein Fussball. Handball, Basketball oder Schwimmen.

Dafür gutes Essen. Und mit gutes Essen meine ich nicht wirklich qualitativ gutes Essen sondern schnell und viel. Hier n Döner. Da ne Pizza (mit extra Käse). Schnell 2 Cheeser in ner Freistunde. Dazu Cola. Und Abends 1-2-3 Tüten Chips. Mit mehreren Litern Cola dabei.

Ach, die Hose gibt es auch in 40? Das is ja geil…

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Irgendwann, Ende der 90er. Der FCK war frisch gebackener deutscher Meister und ich knapp 150 kg schwer. Darauf ne Pizza mit Hollandaise.

Ob ich das nicht gemerkt hab, dass ich immer dicker wurde? hmmm… nö. Doch. Weiss nicht. So lange ich was zum anziehen gefunden habe gab es auch immer noch MezzoMix (natürlich mit Zucker, light oder Zero wäre mir damals nie durch die Kehle gegangen) zu den Spaghetti Bolognese. Bolognese als Maggi-Fertigprodukt. Und die Hälfte der Menge Wasser wird durch Sahne ersetzt.
Oder auch gern genommen: fertig Suppe mit Sprühsahne daneben. Gulaschsuppe oder so. Immer ne Tube Sprühsahne dabei ums ein wenig cremiger zu machen…

Klamotten kaufen war auch noch ok. Ich hab erst Jeans in 36 getragen, als die knapp wurden gab es ne 38 und zu guter Letzt halt in 40. Passender Weise war dazu die Mode Anfang der 90er auch eher sehr großzügig geschnitten, man hatte also irgendwie immer irgendwas was passte, wenn es eben nachher baggy wurde…

Und dann…. ein Samstag im Januar 1999 – einkaufen in Kassel. Mit mehreren Freunden. Als nach vielen vielen Stunden vergeblichen Suchens: es gibt nichts mehr in meiner Grösse. Zumindest nicht in den ‚angesagten‘ Shops.

War das frustrierend. Und beschämend.

An dem Wochenende ist der Entschluss, der vorher eher vorsichtig in zarten Versuchen etwas weniger Fleisch zu essen, gescheitert ist, angegangen.
Sonntags Abends hatte ich noch 2 Tüten Gummibären zu Hause – die wurden noch verarbeitet mit 2 Litern MezzoMix und am kommenden Montag habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet.

Wie die Reise weiter geht: nächster Teil.

 

Ein Gedanke zu “Und…? Warum hast Du das gemacht?

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