Fail to prepare. Prepare to Fail!

Gestern kam kurz bei Twitter die die Diskussion auf, ob ich lieber faul auf der Couch liegen bleiben werde oder mein Essen für die kommenden Tage vorkoche. Und auch wenn ich gerne liegen geblieben wäre, war es natürlich keine Option…

Ich werde oft auf meine Disziplin angesprochen, immer relativ eng am Plan zu essen, keine Ausschweifungen zu machen und relativ fokussiert zu sein. Klar, Disziplin gehört dazu, an jeder Ecke lauert eine Leckerei und wie schnell ist ein Snickers verputzt… aber Disziplin ist NICHT der einzige Schlüssel zum Erfolg. Organisation hat mindestens genau so einen grossen Anteil daran. Ich hasse es wenn ich mein Essen nicht passend abgewogen und verpackt bei mir habe. 

Das ganze hat mehrere Gründe.

1.) Improvisation
Habe ich nicht die abgewogenen Mengen der gewünschten Lebensmittel dabei muss ich anfangen zu improvisieren. Nicht das ich nicht improvisieren könnte, das macht einen Grossteil meines Jobs aus: ich WILL es schlicht NICHT. Nicht nur das ich nicht bekomme was ich möchte (wo gibt es schon Kaisergemüse fertig abgepackt), ich muss meist auch in den Portionen Kompromisse eingehen.

2.) Die Kosten
Es ist teurer. Und zwar einiges. Ein 600 gr Paket Huhn kaufen, es selbst klein schneiden, brate und abwiege steht in keinem Verhältnis dazu 300 gr Aufschnitt zu kaufen (die einzige sinnvolle Alternative wenn man unterwegs ist). Genau so verhält es sich bei Reis, Gemüse etc. Das ist bei einer Mahlzeit vermutlich nicht so schlimm, aber selbst in der Diät esse ich noch Mengen die für andere Menschen mehr als ausreichend einzustufen sind.

3.) Der Respekt vor dem Lebensmittel
Ich esse eine Menge Fleisch. Das gehört unweigerlich zu dem Sport dazu, nirgends anders bekommt man solche Proteinquellen (ja ich weiss, es gibt vegane Proteine etc, aber ich rede von richtigem Essen, RealFood.) wie beim Huhn- oder Rindfleisch. Da ich auf das Fleisch nicht verzichten kann (und möchte) empfinde ich es als das Mindeste, dem für mich gestorbenen Lebewesen den maximalen Respekt entgegen zu bringen den ich noch leisten kann: nichts weg zu werfen.
Wenn ich einkaufen gehe, meist am Samstag und am Dienstag, weiss ich genau wie viele Mahlzeiten ich die kommenden Tage benötige und kaufe das Fleisch exakt für diese Mahlzeiten ein, sowohl Frühstück als auch Mittag- und Abendessen.
Wenn ich, jetzt mal rein hypothetisch, eine Mahlzeit ausfallen lassen würde um wo anders essen zu gehen geht die Rechnung nicht auf und im schlimmsten Fall muss ich am Ende etwas weg werfen. Das widerstrebt mir zutiefst.

4.) Lifestyle
Hört sich bescheuert an, aber für mich gehört dieses „kalt aus Tupperdose“ zu dem Sport dazu. Genau so wie Huhn mit Reis und Brokkoli. Genau so wie dicke Kapuzenpullis auch im Sommer beim Cardio.

Also, Disziplin ist klar, da kann ich keinem bei helfen. Eventuell aber mit meinen Erfahrungen, wie ich mich organisatorisch eingerichtet habe.

Kochen:
Im Vorfeld sollte man sich im klaren sein, wieviele Tage im voraus man vorbereiten möchte. Normalerweise trainiere ich Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, Sonntag, da wäre es logisch am Sonntag bis Mittwoch und am Mittwoch bis Samstag vor zu kochen, Sonntag dann frisch kochen. Das wären 3 Tage. Diese 3 Tage haben sich in meiner Erfahrung auch am besten heraus gestellt. 3 Tage lang kann man quasi alles im Kühlschrank lagen, ab dem 4. Tag wäre ich bei Gemüse vorsichtig.
Aus diversen Gründen kann ich momentan aber nur Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag trainieren und bin Abends selten vor 21.45-22.00 h wieder zu Hause. Das ist eigentlich schon super spät was mein Essen angeht, und dann noch kochen? Neee!
Also koche ich mittlerweile Sonntag und Dienstag.

Bei den Mengen sollte es schnell und einfach gehen, darum bin ich da ziemlich einfach aufgestellt.
Das Gemüse kommt aus dem TK-Beutel (jaja… frisch und so) in einen Mikrowellen-Tuppertopf und ab dafür. Nix mehr mit drum kümmern, nachher nur noch abschütten und fertig. Wird eh nicht gewürzt.
Den Reis kann man natürlich im Kochbeutel machen. Aber a) hab ich da keinen Bock drauf, b) schmeckt mir Kochbeutelreis nicht und c) was mache ich wenn die Menge nicht durch 125 gr (ein Kochbeutel) teilbar ist? Also die Augen auf beim Eierkauf und beim Lidl nen Reiskocher gekauft. Das Dingen is easy to use as fuk! Reis rein, Wasser rein, Reis nen bisi abwaschen (dann pampt der nachher net so), Wassermenge rein, ab in das Dingen und Feuer frei. Der stellt sich selbst aus wenn der Reis fertig ist und alles wird gut…
Das Fleisch… entweder hat man riesige Riesenpfannen oder man stellt mehrere Pfannen auf die Platten. Oder man kauft sich einen Kontaktgrill. So wie ich. Das Dingen rockt. Nicht nur für Fleisch. Aber auch. Man braucht nämlich kein Öl oder Fett, man macht das Dingen an, Programm wählen, vorheizen, aufs piep warten und Fleisch drauf legen. Dieses unfassbar schlaue Gerät weiss wann das Fleisch gut ist und piept erneut. Ich mag das Huhn, vor allem weil ich es häufiger kalt essen muss, gut durch. Fast trocken. Also schneide ich es 3x horizontal durch um ziemlich dünne „Schnitzel“ zu bekommen, würze das mit so unfassbar geilem Würzgedöns vom Türkenmarkt und brate das. Hammer.

Aufbewahrung:
Pro-Tipp: lasst den ganzen Shizzle erst richtig kalt werden. Egal wie Ihr es weg packt. Ich wiege mittlerweile nur noch einen Tag im voraus ab und packe es zusammen, den Rest lasse ich in seinen eigenen Töpfen. Der Grund dafür ist ziemlich einfach und einleuchtend. Mir ist mal Kaisergemüse „nich mehr ganz echt“ geworden und ich hatte das bereits mit Huhn und Reis zusammen – konnte ich den ganzen Pott wegwerfen.
Den ganzen Krams lasse ich natürlich im Kühlschrank. Wenn ich weiss das ich den ganzen Tag Auswärtstermine hab kommt morgens alles in so ne Kühlbox die ich im Auto an den Zigarettenanzünder anschliessen kann. Grad bei Temperaturen wie diesen möchte ich kein Huhn essen das mehrere Stunden offen im Auto gelegen hat.
Habt Ihr keine Möglichkeit der Kühlbox mit Strom, es gibt gute Foodmanagement-Systeme, zB von FitPak oder Sixpack Mealdings… einfach mal nach googlen.

Planung:
Ihr habt nen 9to5 Job im Büro? You don’t need that.
Ihr seid häufiger mal unterwegs, so wie ich? Dann den Ernährungsplan raus und für den Tag den ganzen Krams zusammengestellt: Tuppertöpfe abwiegen und verpacken, Shakes vorbereiten (also Pulver abwiegen und in Shaker füllen), Obst waschen und zusammenpacken, Wasser (evtl. für den Shake) kalt stellen etc… ganz wichtig: NICHT DAS BESTECK VERGESSEN!

Verzehr:
You finally made it. Seid Ihr erstmal so weit gekommen, müsst Ihr nur noch essen. Natürlich stilecht mit einem Löffel.
Und keine Angst: Huhn mit Reis und Kaisergemüse schmeckt kalt nur die ersten 2-3 x schei….nicht so gut. Da gewöhnt man sich wirklich dran. Ausserdem: der Hunger treibt es rein.
Wasser für den Shaker kann man sich evtl. aufm Klo (im Waschbecken) besorgen oder man muss in den sauren Apfel beissen und sich ne Flasche stilles Mineralwasser an der Tanke holen. Häufig kann man auch Wasser irgendwo an Tankstellen oder Segafredo-Theken bekommen, wenn man freundlich fragt.
Und: NICHT WUNDERN. Fangt Ihr an Euer mitgebrachtes Essen zu verzehren seid Ihr ne Attraktion. Ich wurde mal auf einer Baumesse auf Baggerketten sitzend von einer Horde Asiaten fotografiert, weil die das so unfassbar fanden das ich da saß und mein Huhn gefuttert hab. Sehr zum Leidwesen meines Chefs und aller anderen Personen in meinem Umfeld.

So.

Jetzt ist meine Mittagspause um und ich hab immer noch Hunger.

Guten Appetit!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s